Archive for October, 2007

Chaos Computer Club hackt Hamburger Wahlstift - CCC hacks electronic voting pens

Am 24. Februar 2008 soll in Hamburg mit dem neuen “Digitalen
Wahlstift” gewählt werden. Durch eine grundlegende Änderung des
Wahlrechts wird unter anderem ein Computer-Wahlverfahren eingeführt,
das nur oberflächlich wie die vertraute Wahl mit Zettel und Stift
aussieht. Der Chaos Computer Club (CCC) weist nun mit der
Demonstration eines Wahlstift-Trojaners auf die erheblichen
Manipulationsrisiken dieses Verfahrens hin.

Rein äußerlich soll der Wahlvorgang für die 1,2 Millionen Hamburger
Wähler in den Wahllokalen gleich bleiben. Jeder Wähler geht in die
Wahlkabine und kreuzt dort seine Stimmen auf dem Papier an. Dafür
bekommt er einen Digitalen Wahlstift ausgehändigt. Der elektronische
Stift zeichnet über ein für Menschen kaum sichtbares Muster auf dem
Stimmzettel auf, wo auf dem Papier der Wähler seine Kreuze macht. Der
Stift wird anschließend in eine Auslesestation gesteckt, um das
digitale Kreuz vom Stift über ein Kabel auf einen Laptop zu
übertragen. Im Laptop werden dann die Kreuze zu Stimmen umgerechnet.
Am Wahlende wird aus den gespeicherten Kreuzen ein Ergebnis
errechnet, welches dann über einen Drucker ausgegeben wird. Aus
Gründen der Ausfallsicherheit werden alle Stimmen zusätzlich auf
einem USB-Stick gespeichert.

Laut dem neuen Hamburger Wahlgesetz sollen dabei ausschließlich die
vom Wahlstift aufgezeichneten digitalen Kreuze als Ausdruck des
Wählerwillens gelten, das Papier dient nur als wählerberuhigende
Dekoration. Folgerichtig werden die Stimmen auf dem Papier auch nur
in 17 der ca. 1300 Wahllokale zur Überprüfung nachgezählt. Stimmen,
welche nicht mit dem Digitalen Wahlstift, sondern erkennbar mit einem
herkömmlichen Kugelschreiber oder Füller abgegeben werden, gelten als
ungültig und werden aussortiert. Bei einer Differenz zwischen der
Stichprobenzählung und den digital ermittelten Stimmen zählen deshalb
nicht, wie vom Wähler erwartet, die Stimmzettel, sondern die vom
Computer ermittelten Ergebnisse. Bei der Briefwahl werden die Stimmen
von zwei Wahlhelfern mit dem Digitalen Stift nachgemalt, um damit
ebenfalls ein computergestütztes Ergebnis zu ermitteln.

Mit dieser Konstruktion wird dem Wähler nur eine Papierwahl
vorgegaukelt, de facto findet aber eine Computerwahl mit allen
bekannten Risiken und ohne Nachprüfbarkeit für den Wähler statt. Der
Hamburger Wahlstift reiht sich so nahtlos an die umstrittenen NEDAP-
Wahlcomputer, die gerade in den Niederlanden wegen zahlreicher
Sicherheitsprobleme und mangelnder Nachprüfkeit des Zustandekommens
des Ergebnisses abgeschafft wurden. [1]

Um die technische Sicherheit des Digitalen Wahlstift Systems (DWS) zu
belegen, wurde ein Schutzprofil nach den sogenannten Common Criteria
erstellt, einem Standard der eigentlich zur Standardisierung von
Teilbereichen der IT-Sicherheit, nicht aber für Wahlsysteme
entwickelt wurde. Die Verwendbarkeit von Common Criteria für die
Beurteilung von Wahlsystemen gilt demzufolge unter Experten als
äußerst zweifelhaft. Aufgrund dieses Schutzprofils soll nun eine
Baumusterprüfung durch die Physikalisch-Technische Bundenanstalt
(PTB) stattfinden. Gegenstand der Prüfung soll dabei die
Auslesestation und der Wahlstift selbst, die Software auf dem Stift
sowie die Auswertungs- und Zählsoftware auf dem Laptop sein. Die
Prüfung umfasst jedoch nicht den Drucker, den Laptop, auf dem Windows
XP als Betriebssystem laufen wird, und die zentrale
Auswertungssoftware beim Statistikamt Nord. Die PTB hatte schon die
Wahlcomputer der Firma NEDAP für Deutschland als sicher eingestuft,
welche in den Niederlanden gerade aufgrund von Sicherheitsbedenken
komplett aus dem Verkehr gezogen wurden.

Eine Manipulation der Wahl durch Innentäter, also etwa durch
Wahlhelfer, Administratoren der Behörde für Inneres oder Mitarbeiter
der Herstellerfirmen wird im Schutzprofil per Definition
ausgeschlossen. Der Sprecher des Chaos Computer Club, Dirk Engling
sagte dazu: “Die Ignoranz gegenüber der Innentäter-Gefahr entlarvt
das konzeptionell falsche Herangehen an computerisierte Wahlvorgänge.
Es erinnert an einen Flugzeugbauer, der bei der Konstruktion mal eben
die Erdanziehung vergisst und sich nachher wundert, dass das Flugzeug
nicht abheben kann.” Die von Hersteller und Hamburger Senat
getroffene Annahme, dass es keine Innentäter geben wird, die eine
Wahlfälschung versuchen würden, disqualifiziert die
Sicherheitsannahmen für das System vollständig.

Eine Veröffentlichung der Software des Digitalen Wahlstiftsystems und
damit der zu Grunde liegenden Technik ist nicht vorgesehen, womit
eine öffentliche Prüfung durch unabhängige Sicherheitsexperten
unterbunden wird. Kritische Aussagen der Verfassungsexperten Dr.
Stephanie Schiedermair und Prof. Dr. Ulrich Karpen werden ignoriert.
Auch Warnungen von Sicherheitsexperten wie Prof. Dr. Klaus Brunnstein
und dem CCC wurden als theoretisch oder populistisch abgetan. “Die
Geheimniskrämerei erinnert fatal an das Vorgehen bei NEDAP-
Wahlcomputern, offenbar unterschätzen die Hamburger
Entscheidungsträger die Sicherheitsprobleme und haben aus dem
Desaster im Nachbarland Niederlande nichts gelernt”, sagte CCC-
Sprecher Dirk Engling.

Obwohl der Chaos Computer Club vom Hamburger Wahlleiter kein
komplettes System für eine Analyse erhalten hat, konnten anhand der
verfügbaren Informationen und durch Untersuchung der Basistechnologie
des Wahlstifts, dem Anoto-Digitalstiftsystem, eine Reihe von
schwerwiegenden prinzipiellen Mängeln identifiziert werden. Dabei
wurde das grundlegende Problem computergestützter Wahlen - die
mangelnde Überprüfbarkeit durch den Wähler - überdeutlich.

Der CCC hat zur beispielhaften Illustration der vielfältigen
Angriffsmöglichkeiten gegen den Wahlstift für die Hamburger
Bürgerschaft einen trojanischen Wahlstift entwickelt, der äußerlich
nicht als solcher erkennbar ist. Solch ein Stift kann sowohl von
Wählern als auch von an der Wahlvorbereitung und -durchführung
beteiligten Personen unbemerkt ins Wahllokal mitgebracht und statt
dem echten Wahlstift in die Auslesestation gesteckt werden. Der
manipulierte Stift überträgt dann nicht nur digitale Stimmkreuze zum
Auswertungscomputer, sondern agiert als ein sogenanntes Trojanisches
Pferd zum Einschleusen von Schadsoftware. Sobald der Stift in die
Auslesestation gesteckt wird, aktiviert sich ein
Manipulationsprogramm, welches automatisch auf das Zielsystem
übertragen und dort ohne Zutun des Bedieners ausgeführt wird. Das
Programm kann nun problemlos Manipulationen auf dem Auswertungslaptop
vornehmen, indem es z. B. die Position der digital gespeicherten
Stimmkreuze verändert, das Endergebnis verfälscht, speichert und
ausgibt.

“Der trojanische Wahlstift ist nur einer von vielen verschiedenen
Angriffen gegen das Wahlstift-System. Es geht hier nicht um das eine
oder andere Sicherheitsloch, das noch irgendwie gestopft werden kann.
Das prinzipielle Problem ist, dass der Wähler bewusst in die Irre
geführt wird. Ihm wird eine Papierwahl vorgegaukelt, die in Wahrheit
eine unsichere und intransparente Computerwahl ist”, sagte CCC-
Sprecher Dirk Engling.

Vor dem Hintergrund der prinzpiellen und sicherheitstechnischen
Probleme des Digitalen Wahlstifts, insbesondere der mangelnden
Überprüfbarkeit durch den Wähler, fordert der Chaos Computer Club den
Hamburger Gesetzgeber dazu auf, das Wahlstiftsystem aufzugeben.
Selbst mit massiver Nacharbeit an den heute sichtbaren
Sicherheitslücken ist das System prinzipbedingt nicht dazu geeignet,
die Anforderungen an Wahlen in Deutschland zu erfüllen.

[1] http://www.ccc.de/updates/2007/wahlcomputer-ausgemustert

Originally from thenextlayer.org by aaron

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Interpenetrating Systems @ Arse Elektronika: F**kzilla

To learn how to make computers more human, we have to f**k them.

Arse Elektronika’s sex and technology conference in San Francisco held 5-7th October 2007 at kink.com’s Pr0n Palace opened with a bang. Here a young cyberpunk woman engages in sex with a robot for the first time in media art history.

This video shows her, F**kzilla and operator Jacob Appelbaum preparing the next giant step for mankind by trying F**kzilla’s tongue chainsaw: “We have the technology.” (Jacob Appelbaum)

Arse Elektronika 2007

References:
Wired, “So who wants to f**k a robot?”
The Register, “Rise of the f**king machines: Arse Elektronika bumps uglies with Web 2.0″
RE/Search, V. Vale on Arse Elektronika, Fri-Sun Oct 5-7, San Francisco


In my talk I explored the relationships and intersections between porn, art and politics. In my opening statement, I made two arguments1. We must understand pr0n as a medium of expression, criticism and resistance
2. Therefore we have to make pr0n a language of public discourse

My lecture covered a brief introduction to the work of the Serbian filmmaker Dušan Makavejev, a founding member of Yugoslavia’s oppositional “Black Wave”, famous for his groundbreaking films of Yugoslav cinema in the late 1960s and early 1970s.

Makavejev’s breakthrough and international recognition came with W.R.—Misterije organizma (W.R.—Mysteries of the Organism, 1971), a film that he described as “a fantasy on the fascism and communism of human bodies, the political life of human genitals, a proclamation of the pornographic essence of any system of authority and power over others.”

Stefan Lutschinger @ digitaldrafts.at

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destroy athens

After this unusual hot summer in greece - in some areas it had beyond 1000°C - nothing is like before, except the government. A wide area of the countryside is burned, so three curators (Xenia Kalpaktsoglou, Poka-Yio und Augustine Zenakos) decided to finaly destroy athens too and organized athens first biennial “destroy athens“. They choosed the best place for such an event - the Technopolis, in gazi. the place used to be a old factory, a gaswork and has very special athmosphere… not only because i love old factories. It doesn´t have this very nice fucked up style like arsenale in venice anymore, but for the biennial they importet italian style - the area has been transfigured by the italian architect group called Gruppo A 12.

lets start with the entrance !!! ahhh, poli orea !

the venue is seperated in 6 parts/buildings - called days - two german artists start day 1 with destruction ! On seven screens you can see the videoinstallation “Detonation Deutschland” - blasting buildings after 2nd world war in germany. whatelse happens on day 1 - ahh, chaos of course - that´s at least the propagated common sense about graffiti sprayers and left wing groups… sorry, we mixed something up, wasn´t that all before day 1 ?! anyway, it´s not about building something - maybe they wana destroy athens in 6 days ! that´s also why there is no day 7 !? or what happens if u leave the exhibition ?! Ok, so in day 1 there was a chaotic room installation with loads of pictures on 3 screens - 6 hours loop, and psytrance and other partyflyers on the wall - Total Freedom !! is what they want. void network

Outside marc bijl (NL) claims “back to the fundamentals of power vs force” while the sun is still shinning.

On day 2 you find a lot about greek culture. artists and philosophers reflections…. democracy - demos kai kratia - people and power !? aja, what i said in beginning - the government is still the same and even the king is back ! thank god only in an installation of edward lipski (UK), called “the king” The most impressed i was by Stelios Faitakis, a young greek artist, who is master of painting contemporary orthodox icon

check them out together with some more pictures & impressions…

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fräulein atlantis

folgende sache hat auch was mit neuen medien zu tun: es gibt videos

ich frage mich von zeit zu zeit immer wieder, wie es eigentlich dazu kommen kann, das ein vater seinen sohn genau so tauft, wie er auch selbst heisst. führt das nicht zwangsläufig zu verwechslungen und komplikationen? vielleicht beim abendessen? egal. man fragt sich ja immer wieder sachen. zum beispiel was man überhaupt von künstlerischen performances noch erwarten will, ausser leicht gelähmt auf franz west sofas zu sitzen um an einem viel zu leichten caipirinha zu suckeln. erwartet man kunst oder doch eine ohrfeige? erwartet man die grosse erleuchtung oder ein tritt in den arsch? hätte oswald wiener der stadt nie den rücken kehren dürfen, konrad bayer sich nie umbringen? was schmerzt heute überhaupt noch ausser langeweile?

so fuhren wir dann bei mondlicht raus zur essl sammlung, raus zum jonathan meese, zum brillianten berserker, rares tier, seltene zoologische gattung der kunst, auch bekannt dafür mal eben sein galeristen anzuwichsen um nachher die antialkoholische champagnerrunde nicht zu verpassen. man will ja das sehen was berühmt machte ist ja ganz geil drauf und hält die kamera lechzend im anschlag mit vierhundert anderen immer auf den guten moment hoffend immer wartend immer auf der lauer jäger und sammler gut versammelt in der sammlung schöne bilder hängen hier guck mal astrid.

meese war natürlich auch da, klar. der wuselte unten in der rotunde herum, schüttete mal ein eimer hin, krabbelte als ameise der kunst, alles immer im kreis herum. fuhr mal nach oben mit dem elektro lift, stammelte, schrie, wiederholte sich zum impact, wortfetzen, sprachfetzen kunstfetzen und alles mit viel schaum vor dem mund, zeigte viele gesichter, schrie lauter, klang mal wie ein sprung in der platte und fast schon technoid, war brilliant und genial lutscher raus lecker die kunst ist ja so lecker die kunst und kitzelte an der erwartung aller jäger mit den nikons in der rechten unter ihm mal über ihm. eine stimme zur bedingungslosen bewunderung erschaffen. mythenverwurster alien shooting star superstar und er hebt an zum hitlergruss und dem countdown zur diktatur der kunst während wir zuschauer ergeben auf den knien herumschlittern und die apparate schleiffen lassen.

karlheinz senior, nach eigenen angaben meeses grösster privater sammler, thront leicht gebeugt über dem hingeklatschten gral der kunst und weiss nicht so genau was er jetzt davon halten soll, so wie es eigentlich niemand weiss, und wie es niemand weiss ob und inwiefern bis zu welcher grenze jetzt wer und wie hier überhaupt verarscht wird. ist der mann tatsächlich verrückt und kollabiert nach einer stunde oder einfach ein perfekter schauspieler der sich nicht umsonst immer mehr für das theater und die bühne engagiert, wo zerfliessen die grenzen der authentizität? wieder fragen so viele fragen bis meese dann ganz oben an der decke hangelt, wild schäumend vor dem mund und das wort demut und damit vielleicht das, worauf er schlussendlich hinaus wollte, an die decke pinselte. aber das weiss ja niemand so genau, ausser er selbst.

die ausstellung rockt definitiv, nicht nur wegen der seiner bronzeskulpturen. der mann ist nicht umsonst, das was er ist. bis februar

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